Doping im Radsport – der Leistungsdruck der Radprofis
Unter dem Begriff Doping versteht man die Einnahme von Substanzen, die die körperliche Leistung steigern sollen. Auch das Nutzen von unerlaubten Methoden wird als Doping angesehen. Besonders bei Ausdauersportarten, wo hohe körperliche Anforderungen gefragt sind, werden immer öfter auf illegale Substanzen zurückgegriffen. Durch die so genannte Festina-Affäre, die sich während der Tour de France im Jahre 1998 ereignete, geriet die Problematik des Dopings das erste Mal ins Zentrum der Öffentlichkeit. Seither wurden auch die Maßnahmen zur Bekämpfung auf polizeilicher und medizinischer Ebene verstärkt.
Definition und Dopingliste
Über eine genaue Definition des Begriffs Doping wird bereits seit langem gestritten. Meist scheitert dies an Formulierungsschwierigkeiten. Es gelingt nicht, Doping mitsamt all seiner verbotenen Inhaltsstoffe und Methoden unter einer Definition zu vereinen. Aus diesem Grunde wurde eine so genannte Dopingliste erstellt, mit deren Hilfe alle vorhandenen Wirkstoffe und ihre Vorgehensweise aufgezählt und beschrieben werden.Von den nationalen Sportverbänden erstellt, wird diese Dopingliste von allen Verbänden angewandt. Zudem wurde bestimmt, dass ein Dopingverstoß nur dann gegeben ist, wenn der Radfahrer die Dopingkontrolle verweigert oder aber eine Substanz in seinem Körper festgestellt wurde, die sich auf der Liste befindet. Rechtwidrig wird Doping dadurch, dass jeder Sportler bei seiner Teilnahme an einem Wettbewerb sich dazu verpflichtet, dass er gegenüber dem nationalen Verband alle damit verbundenen Vorschriften einhält. Darunter fällt auch das Doping.
Dopingsubstanzen im Radsport
Bis zu den 1970er Jahren wurden hauptsächlich Amphetamine und Aufputschmittel konsumiert, um im Bereich des Radsports bessere Leistungen erzielen zu können. Sie verringern die Müdigkeit, wirken euphorisierend und ermöglichen somit dem Sportler, bis an seine körperlichen Grenzen und darüber hinaus zu gehen. Da jene Substanzen jedoch kurz vor dem Turnier eingenommen werden mussten, wurden sie bereits bei anfänglichen Kontrollen direkt entdeckt. Trotz des einfachen Nachweises und dem damit verbundenen hohen Risiko erwischt zu werden, werden Amphetamine bis heute von Sportlern konsumiert.Ende der 80er Jahre fanden noch viele weitere Dopingprodukte ihren Weg in den Radsport. So wurden neuerdings neben Wachstumshormonen auch vermehrt der Wirkstoff Erythropoetin konsumiert, kurz EPO genannt. Das Präparat sorgt im Blut für einen deutlich höheren Sauerstoffanteil und verbessert somit die Leistungsfähigkeit des Radfahrers. Spekulationen zufolge wurde zu Beginn der 90er EPO fast im ganzen Radsport verwendet. Zwar ist es inzwischen möglich, den Wirkstoff von Erythropoetin im Urin festzustellen, dennoch bestehen nach wie vor noch Zweifel über die Zuverlässigkeit dieser Messmethode. Auch das Blutdoping wurde immer beliebter. Hierbei spritzen sich Sportler kurz vor einem Turnier fremdes Blut, das eine hohe Sauerstoffaufnahmekapazität besitzt. Auf diesem Wege wurden ähnliche Effekte wie durch den Konsum von EPO erreicht. Besonders im Falle eines Eigenblutdopings ist es bis heute sehr schwer, diese verbotene Methode nachzuweisen.
Die Einstellung der Radfahrer zum Doping
Viele Radfahrer blenden die Gefahren und Risiken durch Doping komplett aus. Zwar häufen sich die Todesfälle durch den Konsum illegaler, aufpushender Substanzen von Jahr zu Jahr – dennoch verlieren viele Radsportler, solange sie sich noch im Sattel halten können, meist kaum einen Gedanken über ihre eigene Gesundheit. Auch im Falle einer Überführung in Sachen Doping verweisen viele Sportler auf zuvor durchzechte Nächte oder ähnliche, skurrile Erklärungen, um die veränderten Blutwerte herunterspielen zu können.
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