1
Radsport

Die farbigen Trikots im Radsport und ihre Bedeutung

Trikots im Sportbereich haben viele Funktionen. Neben einem angenehmen Tragegefühl, hoher Schweißaufnahme und einer ausreichenden Luftzirkulation, ermöglichen sie bedingt durch das Wählen verschiedenster Farben und Muster auch, die Sportler in verschiedene Gruppen und Mannschaften aufzuteilen.Beim Radsport jedoch verrät die Farbe des Trikotszusätzlich etwas über den aktuellen Leistungsstand des Fahrers.

Das Gelbe Trikot

Das Gelbe Trikot repräsentiert den Fahrer, der die geringste Gesamtzeit in Bezug auf die Gesamtwertung hat. Um diese bestimmen zu können, müssen die Zeiten aller Etappen zusammen gerechnet werden. Interessant ist, dass der Zeitabstand der Fahrer auf den vorderen Plätzen meist nur wenige Minuten beträgt, im hinteren Teil der Rangliste kann es sich jedoch oftmals um Rückstände von drei oder vier Stunden handeln. Die Einführung des Gelben Trikots 1919 beruhte auf dem Wunsch, es dem Zuschauer leichter zu machen, den aktuellen Spitzenreiter direkt identifizieren zu können. Gewinner der Tour ist, wer nach Abschluss der letzten Etappe die kürzeste Fahrzeit für sich verbuchen kann. Im Laufe der Siegerehrung wird dem Gewinner zu Beginn ein spezielles Gelbes Trikot überreicht. Neben hohem Prestige erhalten Fahrer für das Tragen des Gelben Trikots auch eine finanzielle Vergütung.

Das Grüne Trikot

Der Fahrer, der die meisten Punkte für sich verbuchen kann, erhält das Grüne Trikot. Es wurde im Jahre 1953 eingeführt und orientiert sich an einem Punktesystem. Dieses bewertet neben den Etappenankünften auch die Zwischensprints, wodurch Flachetappen eine höhere Punktzahl einbringen als beispielsweise Bergetappen oder das Zeitfahren. Dieser Umstand erklärt auch, warum meist Sprinter das Grüne Trikot tragen dürfen. Der deutsche Radprofi Erik Zabel schaffte es von 1996 bis 2001 das Gründe Trikot für sich gewinnen zu können. Bis heute ist er mit dieser beeindruckenden Leistung alleiniger Rekordhalter.

Das Gepunktete Trikot

Das Gepunktete Trikot wird im Radsport auch als Bergtrikot bezeichnet. Es ist weiß mit roten Punkten und wurde im Jahre 1975 eingeführt. Die Gestaltung des Trikots beruht auf der Firma Menier. Die Schokoladenfirma, deren Vertrieb Schokolade in einer weißen, mit roten Punkten verzierten Verpackung verkaufte, sponserte das Trikot. Für das Bergtrikot gibt es vier verschiedene Kategorien – von 4 für leicht bis 1 für schwer. Für außerordentlich schwere Abschnitte existiert die Hors Catégorie, auch kurz HC genannt.

Das Weiße Trikot

Seit dem Jahre 1975 erhalten die besten Jungprofis als besondere Anerkennung ihrer Leistungen das Weiße Trikot überreicht. Dabei werden die Fahrer berücksichtigt, die ein Höchstalter von 25 Jahren haben. Kurzzeitig wurde zwischen 1989 und 1999 das Vergeben des Weißen Trikots eingestellt, im Jahre2000 wurde es jedoch wieder eingeführt.

Trikots mit roter Rückennummer

Eine rote Rückennummer wird den Fahrern zuteil, die sich als kämpferischste Fahrer in Bezug auf das gesamte Fahrerfeld bewiesen haben. Zudem handelt es sich hierbei um die einzige Auszeichnung, die von einer Fachjury vergeben wird. Nach jeder Etappe wird durch diese Jury ermittelt, welcher Fahrer den größten Kampfgeist demonstriert an. Beim darauf folgenden Rennen wird der Fahrer neben einer offiziellen Übergabe des Trikots mit der roten Rückennummer auf dem Podium auch mit einem Preisgeld von 2000 Euro belohnt.

IMG: q-snap – Fotolia

Ähnliche Berichte: